Neubau Geowissenschaften

München, Deutschland

Städtebau

Der zukünftige Neubau der Geowissenschaften übernimmt aus städtebaulicher Sicht eine wichtige Funktion im Gefüge seiner Umgebung ohne dabei seine Eigenständigkeit zu verlieren.

Die Firstlinien der Umgebung werden übernommen und in ihrer Dachform neu interpretiert. Der Übergang von der geschlossenen Bauweise zu den grossen Solitären des Klinikviertels ist die Herausforderung des Ortes. Das Neubauvolumen dient hier als kontextueller Vermittler zwischen den Wohngebäuden des nördlichen Blockrandes und den solitären Stadtstrukturen.

Ein vorgelagerter und selbstverständlicher "Verbindungsraum" entsteht. Durch die Setzung dieses Bausteins entwickelt sich ein Campus-Gefüge, welches einen Dialog zwischen sämtlichen umliegenden universitären Einrichtungen entstehen lässt.

Architektur

 Einer Kulisse gleich, unterstreicht die Silhouette des Neubaus die Bedeutung des Hörsaal- und Seminargebäudes.

Das Erdgeschoss wird vom "Schaufenster zur Stadt" dominiert und somit zur Erweiterung des öffentlichen Raumes.

Strassenbegleitend wird die Bevölkerung in das Areal gezogen, wo sich die Geowissenschaften mit sämtlichen Fachbereichen präsentieren.

Der Hauptzugang des Gebäudes wird bewusst eingeschossig ausgeführt. Nach Betreten öffnet sich das Raumgefüge zu einem zwei-geschossigen Luftraum, welcher die Nutzungen der Geowissenschaften mit den Flächen des Erdgeschosses verknüpft.

Die eng gesetzten, streng gerasterten Fassadenstützen aus Sichtbeton sind gebäudehoch und ziehen sich über die Dachhaut. Bei näherer Betrachtung bemerkt man die leichte Bewegung der vertikalen Glasebene, ein subtiles Schattenspiel entsteht.

 

Tragwerk

Die Tragstruktur basiert auf einem regelmässigen Raster, aus dem ein mehrheitlich geradliniger, vertikaler Lastabtrag bis hin zur Fundation resultiert. Schlaff bewehrte Betondecken ruhen auf Betonkernwänden, tragenden Innenwänden und vorfabrizierten Stützen.

Um die offene zweigeschossige Eingangshalle zu akzentuieren und stützenfrei auszubilden, sind im 2. Obergeschoss Vierendeelträger vorgesehen, um die Galerien und Stege im 1. Obergeschoss mit Zugstangen hochzubinden. Diese geschosshohen Stahlfachwerke sind in den Wandebenen integriert und überspannen das Eingangsfoyer, sodass die Lasten im Kern und Fassadenbereich abgetragen werden können.

Das Herzstück des Gebäudes, das grosse Atrium in Gebäudemitte, ist geprägt durch das lichtdurchlässige, geschwungene Dach, welches jeweils an den Hochpunkten durch Stahlträger überspannt wird, deren Lasten über die seitlich angeordneten Stützen abgetragen werden.

 

Wettbewerb
2-stufiger Wettbewerb
Bauherr
Freistaat Bayern
GF
25'555 m2
GV
132'000 m3