Gestaltungsplan Cardinalareal

Rheinfelden, Schweiz

Der  auf  dem  Siegerprojekt  des  Wettbewerbes  von  2004  basierende Gestaltungsplan wurde am 10.11.2010 vom Regierungsrat des Kantons Aargau ohne Auflagen genehmigt. Als erste Etappe wird der östliche Arealteil, mit  der  Anbindung  an  die  bestehende  Stadtstruktur  und  mit  den öffentlichen  Nutzungen,  geplant. Das Areal der ehemaligen Brauerei Cardinal, vormals Salmebräu, befindet sich wenige hundert Meter flussabwärts von der Altstadt Rheinfeldens, am Südufer des Rheins. Das Hauptmerkmal und die Qualität des Areals liegt im Bezug zum Rhein, die Nähe und der Höhenversprung  dazu.  Das  Leben  im  Kontakt  mit  der  Flusslandschaft ist einmalig und exklusiv. Ebenso prägend ist die kurze Distanz zu Rheinfeldens Altstadt. Trotzdem werden eine eigene Identität und eine Zentrumsbildung auf dem ehemaligen Cardinalareal angestrebt.

Teile des Bestandes und die Geschichte des Areals bleiben auch in Zukunft identitätsstiftend, insbesondere der Siloturm, die raumhaltige Ufermauer, und der Uferweg. Die Gebäudegeometrie der Brauerei mit Bezug zum Rhein und die Dichte des Bestandes werden weitergeführt und dienen als Ordnungsprinzip für die neue Bebauung. Die  sich  stark  differenzierenden  räumlichen  und  atmosphärischen Qualitäten und der vielfältige Nutzungsmix bedingen, dass nicht eine einzige städtebauliche Typologie über das ganze Areal gezogen werden kann. Die Verzahnung und Überlagerung von Flussraum  und  Stadtraum  ergibt  ganz  spezifische  Raumqualitäten.  Es entstehen harte und weiche Kanten, es verdichten sich Räume und weiten sich andernorts wieder aus.

Das gewählte Konzept schafft als Hauptgewichte zwei städtische Plätze. Als Auftakt und Anbindung an die bestehenden Stadtstrukturen  entsteht  im  Südosten  ein  Platz  zwischen  Grossverteiler  und Altersheim einerseits und dem Alten Siechenhaus andererseits. Der städtische Platz in der Mitte auf dem Plateau öffnet sich zum Rhein. In diesem Bereich stossen die Gebäude bis an die Mauerkante. In der westlich anschliessenden Wohnbebauung öffnen sich U - förmige Räume zum Rhein und atmen die Uferlandschaft ein. Der Rheinuferpark greift so in die Tiefe des Areals hinein, und komplettiert so die Verzahnung. Der südöstliche Teil wird durch eine Grossform mit Coop, Ladenpassage, Alterswohnen und Dienstleistungen gebildet. Das insgesamt knapp 400 Meter Lange Projekt wird auf der südlichen Strassenseite durch Rückstaffelungen in die Körnung der Umgebung eingepasst. Die Rheinkulisse inszeniert die Rheinuferterrasse mit dem bestehenden Malzsilo durch den Höhenverlauf und das Wegrücken von der Terrassenkante gegen die Mitte.

Bauherr
PSP Swiss Property
Bauzeit
Gestaltungsplan 2010